Der Businessplan. Keine Neugründung ohne diesen. Ohne Businessplan kein Erfolg. Und pipapo... (Siehe: ZEIT - Karriere.)
Der Businessplan. Das Dingens wird notorisch überschätzt. Eigentlich, eng betrachtet, braucht das keine Sau. Schaut man sich die erfolgreichen Unternehmen der letzten 50 Jahre an - da gab es kein Powerpoint. Und folgerichtig auch keinen Businessplan. Ein Gründer hatte eine Idee. Ein Gründer trieb für seine Idee Geld auf. Verpfändete sein Auto. Jobbte nebenbei an der Frischetheke. (Ja die gab es früher schon. Hieß nur anders.) Und Gründer ging bei Freunden und Familie betteln. Dann nahm er das Geld. Und weil es sein eigenes war (mehr oder weniger, oder zumindest geliehenes von Leuten, die man eines nicht zu fernen Tages mal wieder sieht - und sei es nur beim nächsten Weihnachtsfest im Familienkreis) und gab es so aus, dass sein Unternehmen florierte. Der Gründer investierte somit etwas, was man nicht kaufen kann. Was es bei keiner Bank gibt. Weder auf Antrag noch auf Nachfrage. HERZBLUT.
Heute: der Businessplan. Und davor: Powerpoint. Und noch davor: Bücher, Web oder besser noch Seminare. Damit einem irgendwelche Experten (mehr oder wenige selbsternannte) erzählen, wie man einen Businessplan richtig malt. Anschliessend soll es dann Geld regnen. Von Leuten, die sich das Ganze eher gelangweilt ansehen. Und das ist noch nicht mal deren eigenes Geld - sondern eher Spielgeld. Folgerichtig und wenn man Glück hat, rückt der Geldgeber sein Spielgeld heraus - und der Gründer beginnt sein Spiel. Alles geliehen. Keiner weiss wo es her kommt. Und am Ende kommt ohnehin das heraus, was bei jedem Monopolyspiel das Ergebnis ist: das Geld ist meistens weg. Es hat irgendein anderer. Und man selbst schaut mehr oder minder dumm aus der Wäsche...
Der einzige Vorteil: mit dem Businessplan funktioniert eine Wirtschaft. Zwar nicht die eigene - aber durch das häufige Geldausgeben bekommen haufenweise Leute Geld in die Tasche, die eigentlich ausser dummen Ratschlägen sonst eher wenig zum Gelingen eines Planes beitragen.
Fazit: Der Businessplan ist eine gute Idee. Um selbst erfolglos zu bleiben - aber um eine Wirtschaft am Laufen zu halten. Folgerichtig: Wir brauchen mehr Businesspläne. Wir sollten die Dinger schon in der Grundschule lehren! Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen, Businesspläne mal als Produkt anzubieten? Das wäre doch mal eine Basis für einen Businessplan...
