Dinge die mich bewegen. Zumindest wenn die Wirkung meiner Medikamente nachlässt.
xy12 | 17 Januar, 2010 17:59
Schilda muss irgendwo in Niedersachsen liegen. Wir erinnern uns: Geschichten aus Schilda - die Schildbürger - das ist diejenige Stadt in der man Häuser ohne Fenster und Türen baut. In der man eigentlich nur Unsinn verzapft - in dem irrigen Glauben die Welt besser zu machen.
Unser Schilda der Neuzeit scheint Hannover zu sein. Da führen die mit viel Tamtam ihre Umweltplakette ein. Rot - Gelb - Grün. Seit Anfang 2009 durften nur noch Autos mit gelber und grüner Plakette in die Stadt. Ein Jahr später - ab Januar 2010 dann nur noch grüne...
Was macht der obrigkeitshörige Bürger in solchem Fall? Er gibt Geld aus. Hunderte von Euronen. Tausende. Massenweise. Rüstet sein Auto um. Baut sich Feinstaubfilter ein. Schmeisst sein Auto weg. Kauft sich ein neues. Nur um (s)eine grüne Plakette zu bekommen -und um ab dem 01.Januar 2010 auch wieder in seine geliebte Stadt zu gelangen...
Ja und dann: Am 16. Januar heben die das Gesetz auf! Also ziemlich genau zwei Wochen NACHDEM ihre neue Plakettenverordnung in Kraft getreten ist, teilen die ihren Bürgern mit: alles nur ein Gag! Sperre für Gelbe Plakette wird aufgehoben - bleibt alles beim alten....
Haufenweise Bürger haben ihr Geld zum Fenster rausgeworfen. Auf Urlaub verzichtet, mal eben ein paar Hundert oder Tausend Euronen für irgendwelche Umrüstungen bezahlt - und dann: Nix! Hätten sie gar nicht tun müssen. Hätten weiterhin mit ihrer vorhandenen gelben Plakette in die Stadt dürfen...
Ja ho - wer so einen Scheiss (sorry) zusammen regiert - der zeigt wirklich, wo ihm seine Bürger vorbeigehen. Am Allerwertesten! Und eben diese Bürger, die Geld ausgegben haben sind nun auch dort! Geile Show der Geldverbrennung!
xy12 | 28 Dezember, 2009 17:41
Geschichten wie diese
sind es, die meinen Tag erhellen. Da latscht jemand mit seinem
Kampfhund frohgemut durch die Gegend. Hat seinen Hund nicht im Griff.
Bekommt Streit und Ärger mit seinen Mitmenschen - wg. des Hundes - und
stellt sich am Ende heraus, dass der Betreffende schon länger mit
Haftbefehl gesucht wird. Knast im Auge ... aber Kampfhund halten...
Kampfhunde unterliegen in den meisten (allen?) Bundesländern einer Rasseverordnung. Die Hundeversicherung ist sehr, sehr teuer. Auch die Hundesteuer für Kampfhunde ist im einen oder anderen Ort drastisch erhöht.
Ja und - mit welchem Erfolg? Der Normalo - derjenige der den Hund vom Intellekt und Infrastruktur halten könnte - kauft sich keinen Kampfhund. Dafür stattdessen und mit wahrer Begeisterung halten sich diejenigen solch ein Tier, die sich sowieso einen Scheissdreck (sorry) um Versicherung, Hundesteuer, Wesenstest und die ganzen Verordnungen kümmern.
Merke: dieser ganze Kampfhundschmarren, der Bürger wird geschützt und pipapo - das ist ein Schmarrn. Die Gesetze und Verordnungen sind ungefähr so wirkungsvoll als wenn jemand mit einem Glas Wasser einen Grossbrand löschen möchte.
Folglich: wir müssen noch mehr Gesetze erlassen! Diejenigen, die es treffen soll, werden sich sich zwar ohnehin nicht daran halten - aber der eine oder andere gesetzestreue Bürger wird zumindest drangsaliert - oder fühlt sich geschützt. Tja - die Hoffnung stirbt zuletzt. (Meistens spätestens dann, wenn man versucht von solchen Menschen eine kostenmässige Erstattung zu bekommen. Für den Schaden, den ihre Tiere angerichtet haben. Wo nichts zu holen ist helfen auch Mahnbescheide nicht. Aber das ist eine andere Geschichte...)
Ach ja - wer noch einen Kampfhund will: die Tierheime sind voll davon. Meistens sind das ja bekanntlich alles ungemein liebe, nette Tiere, die alle "nur spielen wollen". Und überhaupt eignen sich diese Rassen perfekt für die Haltung in einer 2Zimmer Wohnung auf 25qm. Das wirklich Gute: Nach einigen Monaten Stress mit Nachbarn und Vermietern muss man dann auch keine Miete mehr bezahlen. Kampfhunde sind sozusagen der Einstieg ins unbeschwerte Leben in dieser Gesellschaft..
xy12 | 19 Dezember, 2009 17:39
Die Netzeitung wird zum Jahresende 2009 eingestellt. Das ist (für mich) irgendwie eine recht frustierende Meldung.
Neun Jahre lang stand die Netzeitung auf meiner täglichen Leseliste. Neben Spiegel, FTD, Handelsblatt, Zeit, Google News, Gully, Heise, Hannoversche Allgemeine - und auch Bild und nochso einigen anderen. Dubiose Quellen aus denen ich im morgendlichen Tran versuche zu erkennen, ob es sich überhaupt noch lohnt zur Arbeit zu gehen. Oder ob schon alles schlichtweg zusammengebrochen ist. Die Netzeitung hat mir dabei durchgehend gut gefallen. Manchmal witzige, erfrischende Texte. Anders als anderswo. Es war eine angenehme Zeit. Lediglich das Kommentarsystem war irgendwie verbesserungsbedürftig. Kommentare erst nach Prüfung durch den Mod - aber derartige Kommentar-Zensur jibbet es bei Spiegel und Bild auch. Und beide wissen davon Gebrauch zu machen - alleine meine nicht veröffentlichten Kommentare in den Spiegelforen dürften Bände füllen...
Whatever. Danke Netzeitung für 9 Jahre Information! Ihr habt mich morgens und durch den Tag gut begleitet! Ich werde euch echt vermissen!!!! Aber: wenn eure Cheffes jetzt meinen euch durch ein automatisiertes Newssystem zu ersetzen - pah! Da macht euch keine Sorgen. Das funktioniert nicht. Das gibt es schon. Nennt sich Google News. Und wie eine kleine Berliner Zeitung irgend etwas besser machen will als Google News - na da werde ich wohl mächtig gewaltig gespannt sein. Und die Url Netzeitung über kurz oder lang aus meiner Leseliste rauswerfen müssen. (Was echt ein Novum ist. Seit Jahren wächst die nämlich nur und schrumpft nicht. Bisher nicht.)
xy12 | 19 Dezember, 2009 04:22
Das Klimagipfelchen in Kopenhagen ist gescheitert. Da breche ich ja in Tränen aus. Der Klimagipfel erschien irgendwie wie eine schöne Vision, bestimmte Länder in ihrem Wachstum zu beschneiden. Damit die eigene Wirtschaft besser da stehen kann. Blöde nur: die Länder haben das geschnallt. Und sich geweigert mitzuspielen. Ob China, Indien, USA - so dumm waren die nicht, dass die sich Fesseln auferlegen. Die sehen ihre Wirtschaft und damit das Überleben sowie den Wohlstand ihrer Bevölkerung irgendwie als wichtig an.
Da breche ich jetzt aber voll in Trauer aus. Genauso wie die hysterische Trauer vor 20 Jahren. Als die Welthungerkatastrophe gerade IN war. Äthopien, Ghana, Eritreia - und was sonst noch für Länder von dene ich eigentlich nie gehört habe und nohch nicht einmal weiss wo die liegen. Das Bild des kleinen Jungen mit dem aufgeblasenen Wasserbauch ging um die Welt.
Danach kam irgendwie die Sache mit den Asylanten. Mit Kerzelchen in der Hand stand man zitternd und bibbernd in der Menschenkette, um für mehr Toleranz und Integration einzustehen.
Aber: 1) Menschen brauchen irgendwelche hysterischen Feindbilder. Sachen, die sie visionär verbessern wollen. Nach einigen Jahren wird das aber langweilig - dann muss etwas Neues her. So wie die Klimakatastrophe. Bin ja megagespannt was als Nächstes Thema sein wird. Massentierhaltung? Integration der Marsianer? Oder gleiche Rechte für Ameisen, Kakerlaken und niederes Getier? 2) Bei solchen Sachen geht es um viel Geld. Je mehr man aus der Spezis der "Experten" und "selbsternannter Experter" warnt und schreit, desto mehr Geld bekommt man. Geld ist Macht. Also werden wir alle verrecken, untergehen an den Folgen der Hitze sterben...
Doch whatever - ich bin auch ein Experte. Ein Experte für mein Leben. Und das ist momentan verdammt fröstelnd. Gerade ist es draußen -15°C. Minus Fünfzehn!!!! Und es liegen 20 cm Schnee. Globale Erwärmung ist damit bei mir kein Thema. Eher das große Zittern und die Sorge ob meine Heizung mitspielt. Und wie ich das Eis von meinen alten Einfachfenstern bekomme. Die Dinger sind von innen zugefroren. Schliesslich habe ich ja kein Geld mehr, um mein Haus zu modernisieren. Wurde in Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakatastrophe gesteckt, z.B. um mir für 900 Euro eine Ökoplakette ins Auto zu schrauben.
Aber Kältewelle und globale Hitzeperiode haben ja nichts miteinander zu tun. Wie las ich doch neulich in einem Forum von einem dieser panik verursachenden KlimaAngstmacher: das eine ist das Wetter - das andere das Klima. Das darf man nicht vermischen. Ja ja - und im Meer ist auch kein Wasser...
Ach ja - zu erwarten war das wohl eh:
Siehe hier. Der alltägliche Horror.
Und hier. Klimagipfel - ergebnisloser Unsinn.
xy12 | 15 Dezember, 2009 13:31
Wenn mich etwas anpisst dann sind das Restaurants, die so tun als ob sie edel sind - dann aber nur miese Qualität liefern.
Neulich war ich bei irgendeinem Italiener in der Altstadt essen. Der
Typ hatte wohl gerade eine gute Bewertung in der lokalen Tageszeitung und
ein / zwei gute Googlebewertungen kassiert. Angeblich gute
Restaurantkritiken. Ich habe ja keine Ahnung, was die Leute da bewertet
haben. Oder ob es nicht doch Stammgäste waren. Ich persönlich fand den
Laden - vorsichtig formuliert: nicht so gut. Ugs: Scheisse.
Wenn mir jemand Vorspeise und Hauptgericht zum gleichen Zeitpunkt serviert - und auf vorsichtige Nachfrage dann meint: "Seien Sie doch froh. Hätte ich es ihnen einzeln gebracht, hätten Sie stundenlang auf das Hauptgericht warten müssen..."
finde ich diesen Service grenzwertig. Eigentlich auch etwas Abzocke.
Hätte man mir bereits bei der Bestellung gesagt, dass die Küche
überlastet ist und ich das ganze Food auf einen Klatsch bekomme, hätte
ich auf die 9 Euro Vorspeise verzichtet.
Ebenso störend fand ich auch, wenn Getränkebestellungen vergessen werden. Nicht einmal, sondern ständig. Da sitze ich dann mit der Pizza über kurz oder lang auf dem Trockenen. Dass man den Typen ständig erinnern musste und noch nicht einmal eine Entschuldigung bekam nur so am Rande.
Zum Essen selbst: da will ich nichts zu sagen. Ich war eigentlich durch Ambiente (klein, hutschelig, eng, laut) und miesen Service so angepisst - da würde ich wohl kein faires Urteil mehr abgeben. Allerdings: wenn ich als Vorspeise Parmaschinken auf Melone bestelle - dann erwarte ich hauchdünne Schinkenscheiben. Nicht 3mm dicke Teile, die jedem deutschen Bauernschinken zur Ehre gereichen würden. (3mm dick kriege ich die mit meinem rostigen Haushaltsmesser auch hin. Da brauche ich nicht die "Künste" des italienischen Fachmanns bemühenen.) Und eigentlich - da bin ich altmodisch - erwarte ich auch zur Begrüssung ein Körbchen mit Brot. Hingestellt auf den Tisch. Nicht gleichzeitig serviert mit Hauptgang (und Vorspeise) - und dann noch pappig und ungeniessbar.
Das am Ende mit ein paar Personen ein paar Hundert Euro Rechnung zustande kam ist bei den Preisen noch verständlich. Aber irgendwie: bei solch hohen Beträgen hätte man das ganze kulinarische Drama mit einem Absacker auf Kosten des Hauses vielleicht relativieren sollen. Kam aber auch nicht...
Mich zumindest kriegen da keine zehn Pferde mehr in diesen Laden. Schade um die Knete. Und es zeigt sich mal wieder: traue nicht die Tipps von irgendwelchen anonymen Schreiberlingen. Allerdings: im Normalfall hätte ich den Laden umgehend wieder verlassen. Aber dieses Mal war ich eingeladen - und hier gilt dan wohl: dem geschenkten Gaul - dem schaue nicht ins Maul...
xy12 | 08 Dezember, 2009 00:31
Ich liebe Horrormeldungen. Nee ehrlich. Die haben was. Sie jagen mir so ein feines Nervenkitzeln den Rücken hinunter.
"Ihr Finanzamt freut sich Ihnen mitteilen zu dürfen: für die Jahre 2006,7,8 steht eine Steuerprüfung an. Wir rechnen mit >>erheblichen Nachzahlungen<<..."
(Ja genau. Dann werden sie wieder sechs Monate lang prüfen, ich darf Hunderte von Belegen nachreichen - um am Ende 185 Euro nachzuzahlen. Mehr kommt nämlich selten raus. Ich bin nämlich ein notorisch ehrlicher Steuerbürger. Aber vorher habe ich noch mal den gleichen Betrag in Kopiergebühren gesteckt und das Klima mittels Dauerkopieren ernsthaft beschädigt.)
"Hiermit teilen wir Ihnen mit: Ab 01.01.2010 benötigen Sie eine grüne Plakette im Auto. Bitte geben Sie umgehend 1100 Euro aus, damit wir Ihnen den notwendigen Feinstaubfilter einbauen können..." (Na super - das war es dann mit Weihnachten. Fällt dieses Jahr aus. Bin pleite! Macht aber auch nichts. Dann kommt der Feinstaub nicht mehr aus dem Auspuff - sondern von den Reifen. Oder den Heizungen. Oder dem LKW Verkehr von der nahen Autobahn. Oder von den landenden Flugzeugen - denen kann man den Dreck schon förmlich ansehen, wenn sie über meine Klinik brausen und zur Landung ansetzen...)
"Die Regierung hat eine neue erfolgreiche Gesundheitsreform verabschiedet..."
(Das Dingens kann man nahezu unkommentiert stehen lassen. Im Klartext heisst das immer das Gleiche: die Gesundheitskosten werden explodieren. Damit implizit: wir haben Reisekosten, Papier und Belege produziert bis Unmengen an Wälder platt gegangen sind.)
Oder jetzt: "Forscher haben herausgefunden. Der Meeresspiegel wird bis zum Jahr 2100 um Hunderte Meter steigen. Wir werden alle absaufen..." Oder um einen Meter. Ist ja auch egal. Absaufen werden wir dennoch...
Horrormeldungen sind das Lebenselixier meistens unwichtiger Hansels. Die nehmen sich zu wichtig. Wenn sie ernsthaft etwas auf den Kosten hätten, wären sie nicht Verwaltungsbeamte geworden. Oder Politiker. Oder Froscher. Auf jeden Fall hätten sie keinen Beruf ergriffen bei dem sie auf Kosten der Allgemeinheit leben. Sondern stattdessen: Regisseur oder Romanschreiber. Dann hätten sie Filme wie "Die Vögel" drehen können - und sich dafür dicke bezahlen lassen. Das hatte was. Das war Klasse. So hingegen verballern sie Unmengen an meistens nicht von ihnen selbst verdienter Asche, um die Welt mit ihren Horrormeldungen aufzuschrecken. Pah. Erbärmlich. Und fürchten muss man sich sowieso. Nicht vor ihren Horrorvisionen - sondern vor den Kostenbelastungen, die ihnen so einfallen, um den Horror angeblich / scheinbar / eventuell / vielleicht abzuwenden. Nicht dass es ernsthaft einen Erfolg verspräche - aber sie brauchen die Knete, um sie wieder zu verprassen.
Was ich damit sagen will: wir werden ohnehin krepieren. Irgendwann wird die Sonne auf die Erde knallen. Oder erkalten. Oder sich überhitzen. Oder ein Meteorit wird das Ganze vorzeitig beenden. Oder ein Virus - nee, nicht die Schweingrippe. Oder - oh wie blöde: Herzinfarkt, übermässiger Tabakkonsum oder übermässige Aufregung weil man die Tageszeitung gelesen hat. Und wer jetzt meint: das wäre ein typisches Menschenschicksal... - weit gefehlt. Die Dinosaurier sind auch drauf gegangen. Und die hatten weder Finanzämter, Gesundheitsreformen oder Klimakonferenzen. Aber wer weiss - vielleicht wären sie ja früher krepiert, wenn sie das alles gehabt hätten...
Darum merke: in jungen Jahren erzählt man den Kindern Geschichten vom schwarzen Mann. In alten Jahren erzählt man den Bürgern Geschichten von irgendwelchen anderen Sachen. Meistens stimmt weder das eine noch das andere. Sozusagen: Grusel, um ein Ziel zu erreichen. Und wer die Geschichten glaubt hat eigentlich selbst schuld. (Aber der zeigt irgendwie auch, dass er zu blöde / zu faul / zu dumm zum Denken ist.)
xy12 | 07 Dezember, 2009 10:23
15.000 Delegierte aus 192 Ländern veranstalten da irgendwo ihren Klimagipfel.Verdampfen mächtig viel CO2, um standesgemäß auf fremde Kosten in die Veranstaltung zu gelangen. Man ist ja wer. Man muss ja zeigen was man hat.
Hehe. Ausser der massiven Umweltbelastung - da kommt sonst nichts Brauchbares raus. Das sind 15.000 Meinungen und mindestens 192 verschiedene Interessen. Glatte Zeit- und Kostenverschwendung. Da wird man sich am Ende zu irgendeinem nebulösen Abschlußkommunique durchringen, viele Shake Hands Fotos für das Familienalbum - und dann geht es wieder Heim. Der glatte Paceboeffekt. Das einzige Spannende: Wie werden sie diese inhaltlichen Misserfolg dieses Mal der Presse verkaufen - und wie schmieren sie die Presse, damit die so herrlich unkritisch schreibt?
Ach ja - einen Effekt gibt es noch. Abgehalfterte Politiker kommen jetzt zum Zuge. N24 hatte heute Morgen Hr. Trittin als Interviewpartner. Ich habe weggeschaltet. Was der Mann noch seiert interessiert noch nicht einmal die Mäuse meines Hauses.
xy12 | 06 Dezember, 2009 01:27
Nun ist ja bald Januar. Einige Städte verschärfen ihre Umweltzone. Heisst: nur noch mit grünere Plakette kommt man z.B. nach Hannover rein. Ist eigentlich so ein bisschen wie früher. In der guten alten Zeit. Da haben eingie Stadtfürsten auch Wegezoll erhoben. Den haben sie sich dann eingesackt und meistens für ihren aufwändigen Lebensstil verprasst. So wie der gute alte Sonnenkönig. Meine Bürger bluten. Ich lebe. So groß sind die Unterschiede gar von damals zu heute eigentlich nicht.
Ach ja - wer meint, Dieselmotoren von Privat PKW wären mehrheitlich für die Feinststaubbelastung in Städten verwantwortlich - der hat irgendwie die ganzen Untersuchungen nicht mitbekommen. Die wissenschaftlichen - nicht diejenigen der regierenden Politiker. Oder der glaubt noch an den Osterhasen. Aber den soll es bekanntermaßen ja auch geben. Der nachgewiesen grösste Verursacher von Feinstaub sind weiterhin die Reifen der Fahrzeuge. Aller Fahrzeuge. Gleich welche Plakettenfarbe die ziert. Und dieses Problem kann man wohl nur lösen, wenn man demnächst den Privatverkehr verbannt - und die städtischen Traffic auf Kettenfahrzeuge umstellt. Panzer haben bekanntermaßen wenig Reifenabrieb. Aber - auch wenn der Innenminister a.D. Hr. Schäuble von solchen Szenarien träumte (BW im Inneren) - da möge dann doch Gott vor sein.
Also lassen wir die Sonnenkönige der Städte ihr Spiel - und wer sich in Städte mit Umweltzonen begibt sollte die letzten Dezembertage nutzen, um sich seine grüne Plakette zu besorgen. Hilft zwar nichts. Kostet nur Geld. Aber whatever - was tut man nicht alles, damit es den Regierenden gut geht...
xy12 | 01 Dezember, 2009 23:17
Krokodilstränen sind das Vergießen von Augenflüssigkeit, wenn man es gar nicht so meint. In alten Zeiten hätte man so etwas mit dem Wort Lügen bezichtigt - aber das gibt es ja nicht mehr. Heute ist es ja Marketing, PR und Öffentlichkeitskarbeit. Was im Kern abe, nun ja, doch irgendwie das gleiche meint. Oder dasselbe. Aber egal. Machen wir es konkreter:
Mineralölkonzerne zum Beispiel. Wenn die über den hohen Spritpreis jammern. Aber eigentlich ganz froh sind, dass eben dieser massive Gewinne in ihre Kassen spiegelt.
Politiker. Wenn diese tieftaurig feststellen, dass die Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl "erschreckend" gering war - aber sie ja glücklicherweise trotzdem gewählt wurden.
Selbiges fällt mir auch bei der Netzeitung ein. Da vergiessen Leser Trauertränen, dass das kostenlos & umsonst Angebot Netzeitung zum Jahresende eingestellt wird. JETZT! Obwohl sie (die Leserschaft) jahrelang nicht bereit und willens waren, ein kostenpflichtiges Abo abzuschliessen. Welch Wunder.
Ja. So ists im Leben. Am Ende sagen: das habe ich nicht gewollt - aber die Vorteile mitnehmen... das klappt im wahren Leben immer nur begrenzt. Irgendwann rächts sich. Und dann ist das Wehgeschrei groß. Bei den Mineralölkonzernen auch. Und bei den Politikern schon lange.
Ich kann es auch anders sagen. Liebe Leute von der Netzeitung - ich habe euch jahrelang gerne gelesen. Geld ausgeben für euch wollte ich niemals. Das waren mir eure Informationen dann doch ... na ja, wert vielleicht schon. Aber halt - mir fehlt das nötige Kleingeld. Ist für Steuer-, Gebühren- und Abgabenerhöhungen drauf gegangen. Und ich kann jeden Euro ja nur einmal ausgeben. Ihr standet hinten in der Schlange, die Leute mit der Umverteilungspolitik standen vor euch - daher schade dass ihr euch nicht über Werbung finanzieren konntet. Also - dann. Machts gut. Und danke für den Fisch.
xy12 | 30 November, 2009 23:51
... sind ja irgendwie ein echter Schnarchnasenverein. Ungefähr drei Monate nach der Bundestagswahl fällt ihnen auf, dass sie mit der Politik nicht zufrieden sind. Besetzen Schläfsäle und Unis (Verzeihung: Hörsäle) - und wundern sich dann irgendwie, dass sich ansonsten so keine Sau für ihren Protest interessiert.
Merke: Der Hr. Gorbatschow hatte schon recht. Wer zu spät kommt - den bestraft das Leben. Wer vor einer Wahl mit Unterschriften, Öffentlichkeitsarbeit und Protest noch evtl hätte was bewegen können - der muss zumindest NACH der Wahl mit dem leben was kommt. Und darf sich dann in seinen Allerwertesten beißen, dass er denselben nicht vorher auf die Straße bekommen hat. Jetzt ists wie das Leben so spielt: interessiert keine Sau. Und damit hat die hiesige Studentenschaft dann vielleicht eine wirkliche Lehre für das Leben gelernt: das Timing ist das Wichtigste im Leben!
Und ansonsten verstehe ich gar nicht, warum die sich über 500 Euronen Studiengebühr so aufregen. Im Leben ist nix umsonst - und die Ausstattung ihrer Schläfsäle und Co bezahlen doch schon Hr. Michel als Steuerzahler. Da kann auch Hr. Frau Student ihren Beitrag leisten. Zumal sie nach Vollendung ihrer was-auch-immer Studienzeit mit einer dicken Rendite in Form von oberhalb Hartz IV liegenden Gehaltsschecks rechnen können.
xy12 | 19 November, 2009 14:30
Neue Ideen sind manchmal gut - manchmal schlecht. Wenn es um NEUE Subventionen geht, sind Ideen meistens schlecht. Eigentlich fällt mir wenig ein, was subventionsfähig wäre. Vielleicht Familien. Vielleicht vermietetes Eigentum. Vielleicht auch ein langer Weg zu Arbeitsplatz. (Wohlgemerkt: Arbeitsplatz! Nicht zur Hartz IV Geldauszahlstelle!)
Das die FDP aber jetzt eine Subvention für Hotels durchdrückt ist, man verzeihe mir die Worte, eine selten bescheuerte Idee! Halber Mehrwertsteuersatz auf Übernachtung! Wer soll davon profitieren? Die paar Familien, die in DE Urlaub machen? Ein paar Geschäftsreisende - die ihre Reisen sowieso von er Steuer absetzen? Oder die Hotels - die ihre Preise stabil halten und sich die halbe gesparte Mehrwertsteuer jetzt als zusätzlichen Gewinn einsacken? Ob sie Preissenkungen an ihre Kunden weitergeben bleibt fraglich.
Lange Rede kurzer Sinn. 19% Mehrwerststeuer für das dumme Volk erheben - und dann einzelne Berufsgruppen ohne Sinn und Verstand davon auszunehmen sind ein eigentlich ein falscher Weg. Aber vielleicht doch nicht:
LIEBE FDP - bitte senkt doch für mich auch die Mehrwersteuer! Blogschreiber müssen fortan auch nur noch die halben Mehrwertsteuer bezahlen! Oder gar nichts. Und wenn ihr schon dabei seit: Bauern, Schweinezüchter, Familienväter, Kinderschänder, Autodiebe und Co - die könnt ihr doch auch gleich von der Mehrwertsteuer befreien. Sinn macht das alles vielleicht nicht. Aber eure Hotel-Gastronomie-Subventionspolitik ja auch nicht. Und wenn man schon (sorry) schwachsinnige Politik betreibt - dann sollte man es doch wenigstens richtig machen! Frei nach dem Motto: Man kann alles verschlimmern - FDP - mit uns geht das!
Spiegel zu dieser GaGa Politik.
xy12 | 18 November, 2009 01:44
Mit viel Knete versucht die neue, alte Familienministerin Familen zu fördern. Besser: Nachwuchs zu erzeugen. Schlaue Leute haben ausgerechnet, dass jedes Kind irgendwann mal mehr an Staatseinnahmen bringt, als es kostet. Wenn das erwachsene Kind arbeitet und Steuern zahlt. (Natürlich hat die Rechnung einen Nachteil. Mächtig gewaltig und gross. Sie impliziert nämlich, dass auch genügend Arbeit da ist. Eine Armee von Hartz IV Menschen bringt dem Land gar nix. Nur Verwaltungsaufwand und Kosten. Aber wie dem auch sei. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht braucht man eines Tages ja mal wieder haufenweise ungebildete Menschen für irgendeine Dummsinns-Töffel-Tätigkeit - und dann klappt es auch mit dem Steuern zahlen...)
Na ja - whatever. Mit Knete kauft man Kinder. Wenn das ein Land tut ist es sogar legal. Denkt sich unsere Regierung. Die jetzige und die vorherige. Darum wird immer mehr Geld in das Kinderkriegenprogramm versenkt. Na ja - gibt auch Kollateralschäden. Ein Teil der Eltern versenkt das Geld ihrerseits. Nicht in die Bildung ihrer Kinder - sondern in Pay TV, Alkohol und was sonst noch. Aber egal. Geld fliesst. Fünf Familien legen es vielleicht, unter Umständen, hoffentlich für die Kinder an - fünf andere versaufen es. (Vielleicht ist das Verhältnis auch zwei zu acht. Aber wer weiß das schon? Und vor allen Dingen: wer will das überhaupt wissen?)
Dabei - und eigentlich wäre Kinderkriegförderung doch so einfach.Und billig!
Nix Geld an Familien ausschütten. Einfach SadoMaso Artikel subventionieren. Und Fetischsachen. Kurzum: Strapse, Reizwäsche, Lack & Lederkleidung, Peitschen, Ketten - steuerfreier Einkauf für die ganze Familie. Am besten noch von Staats wegen jeder Frau ein Bündel schmucker Unterwäsche nach Hause schicken. Kommt erstens der Frau zu Gute - ihrem Selbstwertgefühl - und zweitens: schwupps klappt es mit dem Sex und natürlich mit dem Kinderkriegen. Schliesslich hat volkstümliche Ungebildheit auch einen Vorteil: verhüten können die Blöden sowieso nicht. Und so käme das Land an Kinder, die zwar später auch Hartz IV werden - aber noch billiger zu haben sind als jedes Jahr das Kindergeld zu erhöhen. Oh ja, ich werde das umgehend als Volkspetition einreichen!
xy12 | 17 November, 2009 00:25
Der Businessplan. Keine Neugründung ohne diesen. Ohne Businessplan kein Erfolg. Und pipapo... (Siehe: ZEIT - Karriere.)
Der Businessplan. Das Dingens wird notorisch überschätzt. Eigentlich, eng betrachtet, braucht das keine Sau. Schaut man sich die erfolgreichen Unternehmen der letzten 50 Jahre an - da gab es kein Powerpoint. Und folgerichtig auch keinen Businessplan. Ein Gründer hatte eine Idee. Ein Gründer trieb für seine Idee Geld auf. Verpfändete sein Auto. Jobbte nebenbei an der Frischetheke. (Ja die gab es früher schon. Hieß nur anders.) Und Gründer ging bei Freunden und Familie betteln. Dann nahm er das Geld. Und weil es sein eigenes war (mehr oder weniger, oder zumindest geliehenes von Leuten, die man eines nicht zu fernen Tages mal wieder sieht - und sei es nur beim nächsten Weihnachtsfest im Familienkreis) und gab es so aus, dass sein Unternehmen florierte. Der Gründer investierte somit etwas, was man nicht kaufen kann. Was es bei keiner Bank gibt. Weder auf Antrag noch auf Nachfrage. HERZBLUT.
Heute: der Businessplan. Und davor: Powerpoint. Und noch davor: Bücher, Web oder besser noch Seminare. Damit einem irgendwelche Experten (mehr oder wenige selbsternannte) erzählen, wie man einen Businessplan richtig malt. Anschliessend soll es dann Geld regnen. Von Leuten, die sich das Ganze eher gelangweilt ansehen. Und das ist noch nicht mal deren eigenes Geld - sondern eher Spielgeld. Folgerichtig und wenn man Glück hat, rückt der Geldgeber sein Spielgeld heraus - und der Gründer beginnt sein Spiel. Alles geliehen. Keiner weiss wo es her kommt. Und am Ende kommt ohnehin das heraus, was bei jedem Monopolyspiel das Ergebnis ist: das Geld ist meistens weg. Es hat irgendein anderer. Und man selbst schaut mehr oder minder dumm aus der Wäsche...
Der einzige Vorteil: mit dem Businessplan funktioniert eine Wirtschaft. Zwar nicht die eigene - aber durch das häufige Geldausgeben bekommen haufenweise Leute Geld in die Tasche, die eigentlich ausser dummen Ratschlägen sonst eher wenig zum Gelingen eines Planes beitragen.
Fazit: Der Businessplan ist eine gute Idee. Um selbst erfolglos zu bleiben - aber um eine Wirtschaft am Laufen zu halten. Folgerichtig: Wir brauchen mehr Businesspläne. Wir sollten die Dinger schon in der Grundschule lehren! Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen, Businesspläne mal als Produkt anzubieten? Das wäre doch mal eine Basis für einen Businessplan...
xy12 | 16 November, 2009 12:45
Wirtschaftskrise? Out! Politikerversagen? Out! Bundestagswahl? Out. Schweinegrippe? Fast OUT. Sterben zu wenig, um das regelmässig in der Presse zu halten. Freitod von irgendwelchen Fussballspielern? IN! Noch besser: Depression! Mega IN. Krankheit. Kann jeden befallen. Müssen wir darüber schreiben. Zumindest solange bis etwas Anderes kommt oder die Schweinegrippe richtig zuschlägt...
Vereinfacht gesagt: Mir geht das Bohei um den toten Torwart da in Hannover mächtig auf den Geist.
Der Mann hat sich selbst umgebracht. In grauer Vorzeit gab es für solche Menschen noch nicht einmal einen Platz auf dem Friedhof. Die wurden irgendwo in einer Ecke verscharrt.
Der Mann hat Familie und Angehörige in Stich gelassen. So schlimm das für die ist - so hat er im Tode noch in egoistischer Art und Weise haufenweise andere Leute mit seinem Tod belastet. Den Zugführer. Der darf jetzt damit leben jemanden getötet zu haben. Evtl darf er sich in psychologische Behandlung begeben. Das wiederum zahlen die Bahnreisenden - über den Fahrpreis. Ebenso durften die Leute im Zug da stundenlang auf der Strecke herumstehen, bis Ordnungskräfte die Überreste von den Schienen gekratzt haben. Meine Meinung ist da ganz simpel: Wenn man sich schon umbringt, dass sollte man das wenigstens in aller Stille tun. Und nicht noch haufenweise andere Leute mit den eigenen Problemen und Folgen belasten.
Aber eigentlich geht das noch weiter. Fussballer sollen ja Vorbild sein. Immer wenn sich Leute vor den Zug werfen machen das Andere nach. Bereits eine Woche später hat sich in der Region Hannover erneut jemand vor den Regionalzug geworfen - und eine stundenlange, sauteure Rettungs-, Berge- und was auch immer Aktion ausgelöst. Mit all den o.a. Folgen...
So gibt der Ex Starfussballer ein tolles Vorbild für die Jugend: Leute - ihr kommt mit euren Problemen nicht klar - Selbstmord ist ein Ausweg!!! Super gelaufen! Da freut sich doch jeder 16jährige mit Liebeskummer. Der Hr. Podolski zeigt wie man seine Mitspieler vor laufender Camera verprügelt (ohrfeigt) - der Hr. Enke demonstriert erfolgreich eine andere Art der Lebensproblembewältigung...
Und überhaupt. Vor einigen Monaten hat der Mann ein Kind adoptiert. Ich dachte immer da müsste man haufenweise Papierkram ausfüllen. Ich dachte das Adoptionsamt schaut sich die Familie an. Was hat er denn bei der Frage nach psychischen Problemen angeben? Das er mit dem Leben nicht klarkommt? Dass er haufenweise Medikamente dagegen nimmt? Oder gibt es die Frage nicht - oder hat er sie falsch beantwortet? Was macht so ein Adoptivamt eigentlich? Sind die auf beiden Augen blind - oder geben die frohgemut ihre Kinder weg - Hauptsache die Berühmtheit der Zielfamilie stimmt?
Und wenn wir schon so weit sind: was wird man irgendwann mal dem Adoptivkind über seine Väter erzählen? Es sind ja schon zwei - und vermutlich irgendwann drei. Vater 1: Liebes Kind - da wissen wir nix drüber. Oder Säufer, Alkoholiker - oder whatever. Und Vater 2: nun, der hat sich umgebracht - kurz nachdem du in unsere Familie gekommen bist... Super! Das ist doch eine Hypothek, die nimmt man gerne mit ins Leben...
Wenn ich dann schlussendlich sehe wie 40.000 Leute die Leiche abfeiern - von denen die meisten den Mann nur im Fernsehen gesehen haben - dann widert mich das regelrecht an. Der Mann hat seinen Tod selbst gewählt. Das darf er tun. Seine Familie muss damit leben. In diesem Fall: der Zugführer auch. (Hoffentlich holt sich die Bahn die Kosten bei der Familie wieder.) Freitod und die Folgen aber öffentlich zu zelebrieren und dabei fast eine Massenpsychose auszulösen ist eine Art und Weise, die bei mir körperliches Unbehagen auslöst!
xy12 | 14 November, 2009 14:08
Gestern Schweinegrippeimpfung. Noch vor einem Monat habe ich das kategorisch ausgeschlossen. Aber irgendwie hat der alte Churchill schon recht: was interessiert mich meine Meinung von gestern? Neue Informationen erforderten halt eine Neubewertung der Siutation.
Das Dingens verschwindet nicht im Frühjahr. Wie die altmodische saisonale Grippe. Habe ich Lust, zukünftig dasd ganze Jahr in Angst zuleben?
Und wenn ich es bekomme - habe ich Lust mich mit Antibiotika vollpumpen zu lassen? Habe in den letzten 100 Jahren keine Antibiotika genommen - und das soll eigentlich auch noch 100 Jahre so bleiben. Ausserdem ist die Impfung umsonst - nicht hingegen eine Behandlung, wenn ich die Schweingrippe bekomme. Als Privatpatient mit hoher SB kostet mich das dann richtig Geld.
Und last not least: so wie ich die Welt kenne trifft mich die Krankheit zum ungünstigsten Termin. Da bestimmte ich den Zeitpunkt lieber selber. Und lasse mich impfen, solange es noch nicht zu einem Megarun auf den Impfstoff gekommen ist. (Immerhin gibt es für den Fall der Fälle die Einteilung in Risikogruppen. Und ich bin Gruppe 6. Mensch, 20...59. Die stehen dann ganz hinten auf der Warteliste. Nur noch gefolgt von den Rentnern. Die sind Gruppe 7 - und sind damit im Fall einer Impfstoffverknappung eher nicht impfwürdig.)
Whatever. Muss jeder selbst wissen. Meine Entscheidung daher: Impfen!
Die Impfung selbst ist mehr ein Witz. So viel Bohei. Hätte ich auch selbst machen können. Die hätten mir das Zeugs nur mitgeben müssen. Spritze setzen. Klick mach tu. Habe in meiner uniformierten Zeit schon Ähnliches gemacht. Aber so. Beim Arzt war es auch nicht hilfreicher. Habe keinen Hausarzt. Zähle mich ja zu den Gesunden. Und Krankenkosten sind teuer. Also ohne Hausarzt irgendwo impfen lassen. Schnell rein. Schnell weg. Das Gefährlichste war das volle Wartezimmer. Dort hängen ja nur Kranke herum! Das schnieft und kreucht wie ein mittelgrosses Lazarettschiff, das nur noch auf einen Torpedo und der Versenkung wartet, um der Krankengemeinschaft Unmengen an Geld ersparen. Sollte man verbieten, dass Gesunde sich in ein Wartezimmer setzen müssen.
Die Nebenwirkungen? Erwartungsgemäß! Ziemlich schnell: Schmerzen im Arm. Dumm gelaufen. Aber meistens so. Kollege hatte mich gewarnt. Ich habe links genommen. Da kann ich wenigstens noch im Auto fahren und muss die Gänge nicht mit den Zähnen einlegen.
Die "richtigen" Nebenwirkungen gab es nach 6..12 Stunden. Ist halt so, wenn der Körper kontrolliert einen Virus bekommt und sich erstmals damit auseinander setzen muss. Brutale Müdigkeit zusammen mit Schlaflosigkeit. Grippesymptome. Übelkeit. Fühlte mich krank. Schmerzen überall. Fiebrig - aber ohne Fieber. (Habe echt gemessen.) Konnte nicht schlafen. Schei... Nacht gehabt. Das Übliche halt. Jetzt, ca. 24 Stunden später, normalisiert sich das wieder. Gehe also davon aus, nicht auf dem Klo zu sterben, wie der eine 46jährige in Wuppertal. Kaffee schmeckt wieder. Zigaretten auch. Mordshunger habe ich. Vermutlich weil der Körper so kaputt ist. Voll ausgelaugt. Muss Schwerstarbeit sein, mit der Impfung zu kämpfen.
Also wirklich, wenn es stimmt dass die Nebenwirkungen der Impfung nur ein Bruchteil dessen sind, was ich bei einem Ausbruch der Schweingrippe aushalten müsste... WOW. Da lebe ich mit der einen üblen Nacht. Habe schon Schlimmeres erlebt. 18 Monate Bandscheibenvorfall. (Da helfen einem keine Ärzte. Die faseln nur von Spritzen und Operation. Als ob das eine Lösung für ausgetretene Gallertmasse in der Wirbelsäule wäre...) Konnte monatelang noch zum Klo kriechen. Unter Schmerzen. Da lag ich das eine oder andere Mal wimmernd im Bett und überlegte den ENKE zu machen. Aber irgendwie nicht mein Ding. Muss irgendwie bescheuert sein, sich vor Züge zu werfen und den Menschen im Zug meinen Willen aufzuzwingen. (Und sei es nur, dass sie stundenlang da blöde im Zug rumstehen.)
Daher - im Vergleich zum Bandscheibenvorfall war das gestern Nacht ein Spaziergang. Wie alle Medikamente: Angenehme, ohne Nebenwirkungen und voll hilfreich gibt es nicht. Nur bittere Medizin wirkt. Alles in allem so das Niveau einer Wurzelbehandlung. Da sind die Nachwirkungen ähnlich - und die Nacht auch. Ausserdem kann
man sich morgens um fünf irgendwelchen Dummsinns TV reinziehen. Nicht
dass ich mich noch erinnern könnte.Aber eigentlich ist es auch egal.
Mein Körper hat diese Viren jetzt mit der Impfung aufgenommen, hat eine
Nacht schwer geackert, um sich darauf einzustellen - und jetzt ist das
Thema ist damit rum ums Eck.
xy12 | 12 November, 2009 12:57
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